science et cité – wissenschaft und gesellschaft im dialog
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Runder Tisch Thalwil

   Die Schweizer Bundesverfassung setzt auf nachhaltige Entwicklung. Was bedeutet dies für die Zürcher Gemeinde Thalwil? Dieser Frage widmet sich ein Runder Tisch der Stiftung Science et Cité, der Gemeinde Thalwil und der Hochschule Rapperswil.

Lebensqualität für alle, im Einklang mit der Natur, verantwortungsbewusste Wirtschaft - mit diesen Stichworten hat der neue Runde Tisch Science et Cité an seinem ersten Treffen vom 16./17. November 2001 in Thalwil die Zukunft für die Gemeinde umschrieben. 15 Thalwilerinnen und Thalwiler beteiligen sich daran und wollen in den kommenden zwei bis drei Jahren in mehreren Gesprächsrunden mit elf Studierenden und Dozierenden der Hochschule Rapperswil (HSR) den Begriff der Nachhaltigkeit an Thalwiler Projekten konkretisieren. Die Teilnehmenden haben beschlossen, sich in einem ersten Versuch mit der Seeufergestaltung zu befassen.

Die Wissenschaft hat bisher noch kein Rezept, wie sich die drei Aspekte der Nachhaltigkeit, der ökologische, der ökonomische und der soziale, bei konkreten Entwicklungs- und Investitionsvorhaben unter einen Hut bringen lassen. An der Hochschule Rapperswil ist dazu ein Forschungsprojekt angelaufen. Am Runden Tisch Thalwil/ HSR geht es nun darum, zusammen mit Vertretern der Bevölkerung nach Bewertungskriterien zu suchen. Diese sollen in eine Art von Buchhaltung einfliessen und dadurch Entscheidungsgrundlagen für die Gemeindeentwicklung liefern. Christine Burgener, die Gemeindepräsidentin von Thalwil, sagte dazu am Eröffnungstreffen: "Das neue Denken soll in unserer Gemeinde zur Selbstverständlichkeit werden." Vom Runden Tisch erwarte sie wichtige Impulse dazu.

Am zweiten Treffen vom 5./6. April 2002 stieg der Runde Tisch in die Diskussion um die Gestaltung des Thalwiler Seeufers ein und nahm zuerst einen Augenschein vor Ort vor. An der Hochschule Rapperswil äusserte er sich anschliessend zu Wunschvorstellungen über ein besser zugängliches und aufgewertetes Seeufer und entwickelte daraus verschiedene Szenarien.

An ihrem dritten Treffen vom 13./14. September 2002 haben die Teilnehmenden die Szenarien überarbeitet und verfeinert. Nun wird ein kleines Team daraus bis zum März 2003 konkrete raumplanerische und gestalterische Entwürfe erarbeiten. Der Runde Tisch Thalwil/HSR wird diese in einem nächsten Schritt nach den Kriterien der Nachhaltigkeit überprüfen und bewerten.

Am vierten Treffen vom 28./29. März 2003 haben die Teilnehmenden mit der Diskussion um Mehr- und Minderwerte begonnen, die für die Anwohner, die Gemeinde Thalwil oder die Natur zu gewärtigen sind, wenn die vorgeschlagene Umgestaltung des Thalwiler Seeufers verwiklicht würde. Ausgegangen ist diese Wertediskussion von konkreten Entwürfen für die Umgestaltung, die mehr Wohn- und Lebensqualität für Mensch und Natur versprechen würde. wird am nächsten Treffen weitergeführt werden.  

Allerdings gäbe es dabei Konflikte zwischen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Interessen, die der Runde Tisch zu quantifizieren versucht. Diese Wertediskussion

An fünften Treffen vom 5./6. September 2003 standen wiederum die Mehr- oder Minderwerte zur Diskussion, die bei einer Neugestaltung des Seeufers zu erwarten sind. Die Teilnehmenden versuchten herauszufinden, wie die divergierenden Interessen zum Beispiel von Grundstückbesitzern, Wassersportlern, Naturschützern und Fussgängern aussehen. Mit einem Rollenspiel eruierten sie, wo die von den verschiedenen Parteien gewünschten Lösungen und wo die noch tolerierbaren lägen. Im nächsten Schritt gilt es die qualitativen in Worte gefassten Kompromissbereitschaften monetär zu erfassen.

An seinem sechsten Treffen vom 16./17. Januar 2004 haben die Teilnehmenden aus Thalwil und der Hochschule Rapperswil die inhaltliche Arbeit an einer Buchhaltung der Nachhaltigkeit in der Gemeinde abgeschlossen. Das Beispiel der erarbeiteten Neugestaltung des Seeufers würde für die Gemeinde Thalwil eine Investition von rund 20 Millionen Franken bedeuten und im Zeitraum von zwei bis drei Generationen zu einem Gewinn, zu einer positiven Wertschöpfung führen. Ginge es darum, ein solches Projekt tatsächlich anzupacken, müsste die Bevölkerung von allem Anfang an daran beteiligt werden, wie der Runde Tisch befand. Im nächsten Treffen wird die Präsentation der Ergebnisse vorbereitet werden, die an einer am 5. November 2004 geplanten Schlussveranstaltung erfolgen soll.

Am seinem siebten Treffen vom 11./ 12. Juni 2004 zogen die Teilnehmenden Bilanz. Das gewählte Thema, die nachhaltige Entwicklung in einer Gemeinde, forderte von beiden Seiten etwelche Anstrengung. Es galt, eine gemeinsame Sprache zu finden und einander zuhören zu lernen. „Laien und Fachleute können von einander lernen, indem sie miteinander reden und gemeinsam denken,“ lautet das Fazit. Allerdings, so die Bilanz weiter, will gut’ Ding Weile haben. Gegenseitiges Verständnis und Verstehen zu erreichen, ist ein langsamer und mühsamer Prozess.

Am 5. November 2004 fand im Gemeindesaal von Thalwil die Schlussveranstaltung statt. Als Referenten zogen die Veranstalter dieses Runden Tisches Bilanz. Als Referenten traten auf: Christine Beerli, Präsidentin der Stiftung Science er Cité, Christine Burgener, Gemeindepräsidentin von Thalwil und Jean-Marc Piveteau, Prorektor der Hochschule Rapperswil. Alle drei ReferentInnen werteten das Projekt als erfolgreich und betonten, dass damit für die Arbeit der Gemeinde und der Hochschule eine wertvolle Erfahrung gemacht wurde.

Das Projekt ist dokumentiert unter:


www.RunderTisch-Nachhaltigkeit.ch


Kontakt:

Rosmarie Waldner
Tel. 031 313 19 19
E-Mail: rosmarie.waldner@science-et-cite.ch

Heidi Egli
Gemeindeverwaltung Thalwil
Tel. 01 723 21 11
E-Mail: heidi.egli@thalwil.ch